Nachdem wir einige schöne Routen wiederholen konnten, starteten wir unsere Erstbegehung am Tadrarate. Der 2h Zustieg setzte uns nach einigen Tagen zu. Das ständige auf-und ab durch den riesigen Canyon ist schön aber auch sehr ermüdend. Klettern in Marokko: Erstbegehung in der Taghia weiterlesen
Archiv der Kategorie: Expeditionen / Trips
Klettern in Marokko: Mehrseillängenrouten in der Taghia, Teil 1
Die erste Woche in der Taghia haben wir hauptsächlich dem Wiederholen bestehender Routen gewidmet. Natürlich könnte dies auch eine ganzes Jahr füllen. Es gibt deutlich mehr Routen als im Führer sind. Der Fels ist meist stark verwittert und daher sehr scharf. Nach einigen Tagen ist Felix zu uns gestossen und Vera musste wieder zurück in die Schweiz. Klettern in Marokko: Mehrseillängenrouten in der Taghia, Teil 1 weiterlesen
Klettern in Marokko: Trekking nach Taghia
Um unserem Marokko Trip etwas Würze zu geben, wollten wir nicht auf dem einfachsten Weg nach Taghia. Unser Ziel war es, vom Dadestal (Nachbartal der Todra) zu Fuss über den Hohen Atlas nach Taghia zu gelangen. Klettern in Marokko: Trekking nach Taghia weiterlesen
Klettern in Marokko: Todraschlucht
Die Todraschlucht bietet Felsen soweit das Auge reicht. Von der Auberge sind die Zustiegszeiten zwischen 1min bis zu 1 Stunde, je nach Sektor. Klettern in Marokko: Todraschlucht weiterlesen
Expedition Renland erfolgreich abgeschlossen
Nach einer wunderbaren und intensiven Zeit in Ostgrönland, sind wir vor drei Tagen in der Schweiz eingetroffen. Der sportliche Erfolg unserer Expedition ist gross:
- Ledgeway to Heaven 1200m, 7b+/A1, Erstbegehung und Erstbesteigung der Mirror Wall
- Midnight Solarium, 1100m, 7b, Erstbegehung an der Mirror Wall im Alpinstil ohne auch nur die kleinste Spur zu hinterlassen!
- Atropa Belladonna, 550m, 7a+, Erstbegehung und Erstbesteigung des grossen Pfeilers an der Alpine Bowl. Unserer Namensvorschlag für den Gipfel: The Cockpit
- The Needle (Ca. 2100m) wurde über klassisches 5+ Gelände erreicht und ist ev. ebenfalls eine Erstbesteigung
- Die Ideallinie, 500m, 7a, Erstbegehung und Erstbesteigung des El Güpfi, in einem Tag ausgeführte 14 SL Tour
Der Rückmarsch über den Gletscher und eine riesige Schwemmebene bis ans Meer war dann ein weiteres tolles Abenteuer! Was für eine tolle Erfahrung und was für eine Ehre, die ersten Kletterer in einem derart tollen Gebiet zu sein. Wir sind nun dabei, einen Diavortrag zu organisieren.
Topo El Capitan: Freerider und Salathe
Alle Freerider Aspiranten aufgepasst: Ich habe ein Topo zusammenkopiert und zu allen Seillängen Materialempfehlungen und Betas angefügt. Gutes gelingen!
Allez les Neuchatelois!
Die letzten Tage: Red Rocks
Unsere letzte Woche verbrachten wir in Red Rocks, dem Klettergebiet vor den Toren Las Vegas. Dieses Sandsteingebirge überrascht mit grosser Vielfalt: Sportklettern, Tradklettern, Bouldern und sogar ein paar Bigwalls stehen hier auf engstem Raum. Wir verbrachten einen tollen Tag im Klettergarten, wo uns die Riss-freie Kletterei schon fast überforderte. Wir waren uns einig, dass wir weiterhin Tradklettern möchten, da man dies bei uns so selten findet. So konnte Vera das „Risk Brothers Roof“ klettern, ein tolles 5.11b Rissdach mit Blick auf Las Vegas. Hier sieht man das Video zur Begehung:
Ich meinerseits konnte am zweitletzten Tag die Route Desert Gold klettern. Diese 5.13a besteht aus einem knallharten Fingerrriss, gefolgt von einem 6m Dach. Das Ganze spielt sich 40m über dem Grund ab. Diese Route ist wohl eine der besten Rissklettereien in den USA und dank dem langen Zustieg ist man hier meist für sich alleine. Steven und TJ begleiteten uns als ich die Route punkten konnte und schossen einige der besten Bilder von unserem Trip (siehe die Slideshow).
Den letzten Tag verbrachten wir mit Bouldern und waren überrascht, was für tolle Probleme hier aufwarten.
Die andere Seite: Ein Abstecher in die Indianerreservate
Während unserer ganzen Reise hat mir Vera viel von ihrem Wissen über die Indianer erzählt. Viele Interessante Fakten, aber auch eine sehr traurige Geschichte verbindet sich für uns mit diesen Menschen. So machten wir uns auf den Weg, die heutigen Nachfahren der Indianer zu besuchen. Im Nordöstlichen Teil von Arizona betraten wir das Navajo Indianerreservat. Es ist das grösste seiner Art. Mit dem letzten Tageslicht erreichten wir das Monument Valley. Dies ist das Tal mit den grossen Felstürmen, welche wohl in jedem Western mal über die Leinwand geflimmert sind. Dieses Tal schien uns bloss ein weiterer „Drive-Inn-Nationalpark“ zu sein. Aus diesem Grund fuhren wir gleich weiter zum Canyon De Chelly. Hier stiessen wir auf eine faszinierende Landschaft: Während oben die übliche Steppenödnis währt, verbirgt sich in einem weit verzweigtem Schluchtensystem eine fruchtbare Landschaft. Der Grund dieser Schluchten darf nur von Navajos betreten werden. Ausnahme bildet eine einzige Wanderung zu Anasazi Ruinen oder die Möglichkeit einen Führer zu engagieren. Wir überblickten zuerst die Schlucht von den vielen Aussichtspunkten. Navajos stehen hier jeden Tag und versuchen ihr Kunsthandwerk zu verkaufen.



Ein witziges Detail fiel uns auf einer Strassenbaustelle auf: Alle Truckfahrer sind Frauen! Am späten Nachmittag besuchten wir eine Ranch. Mit einem Führer starten wir auf einen Ausritt in den „Three Turkeys Canyon“. Diese Schlucht gehört nicht zur Hauptschlucht und wird daher fast nie besucht.
Umso abenteuerlicher war unser Ausritt, zumal wir beide keine Ahnung vom Reiten haben! Glücklicherweise waren unsere Pferde sehr geduldig und folgsam. Mitten im Canyon, kurz vor Dunkelheit, erblickten wir die „Three Turkeys“, eine 1200 Jahre alte Anasazi Siedlung, gut versteckt in einer unzugänglichen Höhle.
Der Rückweg in der Dunkelheit wurde zum Adrenalinkick: Unsere Pferde haben Stalldrang und trabten munter durchs unwegsame Gehölz. Den tiefhängenden Ästen ausweichend erreichten wir mit schmerzendem Hintern die Ranch. Ein tolles Abenteuer, auch mal ohne klettern!

Das Hopi Indianerreservat ist in demjenigen der Navajos eingebettet. Neugierig fuhren wir hier lang. Die Hopis sind ziemlich traditionell, was bedeutet, dass sie meist in kleinen Steinhütten in Siedlungen auf Tafelbergen wohnen. In der Hopi Kultur ist es unethisch, für Bauten Erde aus zu heben, was die Schlichtheit ihrer Behausungen teilweise erklärt. Offensichtlich sind diese Menschen aber auch sehr arm. Ihr Reservat erscheint riesig auf der Karte, aber es gibt hier nichts ausser Sand und Steine! Tourismus ist ein wichtiger Erwerbszweig für die Hopis. So besuchten wir eine Menge Kunsthandwerkläden, die hier fast jeder zuhause führt. Old Oiraibi ist die älteste ständig bewohnte Siedlung der USA. Uralte Trockenmauer Ruinen sind mit Brettern und Ofenröhren wieder bewohnbar gemacht. Dies bietet einen kontrastreichen Anblick: Die älteste und gleichzeitig jüngste Siedlung. Fotografieren ist hier übrigens verboten.

Der folgende Besuch im Hualapai Reservat bot uns leider sehr wenig Einblicke in die dortige Kultur. Eine geplante Wanderung im Havasupai Reservat konnten wir ebenfalls nicht machen, weil ausserhalb der Saison werden keine Bewilligungen erteilt und ohne diese darf man diese Reservate nicht erkunden.

Eine wundervolle Zeit in Indian Creek
ist zu Ende gegangen. Hier die Geschichte.
Indian Creek besteht aus einem ganzen System von Tälern, welche allesamt von Wingate- Sandstein wänden eingerahmt sind. Die nächste Einkaufsmöglichkeit ist eine Autostunde entfernt und übernachtet wird auf primitiven Campingplätzen. Geklettert wird ausschliesslich an Rissen. Die Risse hier sind oft meterlang genau gleich breit. Dies bedeutet, dass man eine ganze Route mit immer der gleichen Bewegung bewältigen kann (mühsam wirds, wenn man diese Bewegung nicht beherrscht). Weiter muss alles mit Friends selber abgesichert werden, weshalb man schnell mal in einen Materialengpass gerät, wenn man alleine unterwegs ist. Die Schwierigkeit einer Route hängt eigentlich nur von der Rissbreite ab: Handbreite ist das einfachste, man kann einfach hochlaufen, Hände und Füsse perfekt in den Riss klemmend. Wirds breiter, muss man die Faust einklemmen. Noch breiter, werden Ellbogen, Knie, Schulter und Knöchel systematisch aufgeschürft. Dies ist Offwidth- Kletterei, dem Wrestling näher als dem eigentlichen Klettern verwandt. Offwidths sind meist leicht bewertet, fallen aber ungemein schwer und die meisten Europäer drücken sich vor den breiten Rissen. Umso stolzer bin ich auf meine Begehung von Big Guy.



Fingerrisse sind die schwierigsten Routen hier. Ist der Riss genau Fingerbreit, werden Zeige und Mittelfinger übereinander eingeklemmt (Fingerlock). Dies ist schmerzhaft und pumpig, koordinativ jedoch relativ simpel, weshalb hier europäische Kletterer mitunter sehr erfolgreich sein können. Ruby`s Cafe (5.13-) war während drei Tagen meine Projektroute bis ich sie endlich geschafft habe. Diese Route ist genau fingerbreit und meine schwierigste Kletterei in den USA bislang.

Wird der Riss breiter als der Finger, müssen mehrere Finger nebeneinander eingeklemmt und vom Daumen unterlegt werden. Diese sogenannte „Ringlock“- Kletterei ist äusserst gewöhnungsbedürftig. Meine Ringlock Versuche endeten meist damit, dass ich die Route mittels Piazen zu bewältigen versuchte, was natürlich viel kraftraubender ist. Trotzdem konnte ich an der Sparks Wall einen 15m Riss mit der Ringlock Technik erstbegehen. Meine Erstbegehung widme ich -augenzwinkernd- der Heimat, daher der Name „Ici c`est Bienne“. Schwierigkeit 5.11+ könnte hinkommen.


Wie der Name Indian Creek bereits hindeutet, gibt es auch hier Ruinen der Anasazi Indianer, welche wir an einem Ruhetag besuchten.


Kurz vor Thanksgiving schneite es ordentlich und das Thermometer fiel auf -20°C! Wir hatten zwar inzwischen einen Van gemietet, damit wir im Auto schlafen können, aber mein Sommerschlafsack war einfach zu dünn, ich musste in der Nacht den Motor starten und heizen. Alles war gefroren, Milch, Äpfel, 40Liter Wassertanks! Jeden Morgen mussten wir alles auftauen, was besonders nervte, denn die Tage sind so kurz und ich möchte jede Sonnenminute am Fels verbringen!


Über Thanksgiving hatte es viele Leute auf unserem Campingplatz und wir wurden überall zum Essen eingeladen. Das war der Hammer, zumal ein paar Guys aus Colorado ein beheizbares Zelt gestellt hatten. Am nächsten Tag wollten wir in das Klettergebiet The Wall,welches eigentlich einen Offroader zum hinfahren voraussetzt. Wir kamen erstaunlich weit mit unserem Van, eine grosse Doppelwelle war dann aber unpassierbar. Als wir umkehrten kamen gerade zwei nette Jungs mit einem Riesenpickup und nahmen uns mit. Witzig waren die zwei Wildhüter die wir unterwegs antrafen: Sie verteilten uns Fahndungsbilder vom Moab- Killer, der angeblich seit zwei Wochen in der Gegend rumläuft (er trägt ein graues T-shirt und ist zu Fuss unterwegs: bei -20°C in der Wüste…)
The Wall bot uns einen supergeilen Klettertag. Learning to Fly ist ein 5.13 Fingerriss, überhängend, ohne Tritte. Eine der schwierigsten Routen im Gebiet. Meine Finger bluteten rasch, weshalb ich aufgab, obwohl ich Chancen hätte. Vera stieg eine geniale 5.10+ und 5.11- vor. Ich konnte am Schluss noch meine erste trad 5.12 Onsighten.



Viele Stunden verbrachte ich mit abwandern von Felsen, stets auf der Suche nach einer ungekletterten Linie. Aber immer wenn ich etwas sah, war der erste Teil unpassierbar oder jemand hatte bereits einen Stand angebracht. Eher verzweifelt stieg ich daher in einen kurzen, unbegangenen Fingerriss mitten in der Pistol Whipped Wall ein. Der Riss schien viel zu schmal, um kletterbar zu sein, doch einige Griffe auf der linken Seite machten diese Linie doch möglich. Völlig euphorisiert bohrte ich die Standhaken (von Hand, wie es sich gehört ;-)). Nach zwei Tagen konnte ich diese super Linie erstbegehen. Obwohl nur 10m lang, ist diese Route viel anhaltender als manche 30m Route hier. Diese Erstbegehung widme ich unseren Freunden aus Montana und deren Vorliebe für Salat: „The Montana Weed Connection“ ist etwa 5.13.

In der Zwischenzeit waren alle Leute gegangen und wir waren die einzigen auf dem Campingplatz. So hatten wir die tolle Cat Wall, sonst hoffnungslos überfüllt, für uns alleine.



So das wars mit den News aus dem roten Paradies. Wir vermissen diesen Ort schon jetzt!